Maßnahmen zur Stimmhygieneca. 4 Min Lesezeit

Isabell Auch Stimme

Die folgenden Maßnahmen, sind als Ideensammlung gedacht, um auszuprobieren was der eigenen Stimme nutzt. Probiere also aus, was dich anspricht und worauf du Lust hast. Viel Freude damit 🙂

Der Stimme etwas Gutes tun. Ich kĂŒmmere mich um das gesunde Äußere meiner Stimmlippen.

  • Ich trinke regelmĂ€ĂŸig etwa 2 Liter Wasser oder Tee pro Tag.

Der Mensch besteht je nach Alter zu bis zu 80% aus Wasser. Besonders fĂŒr die SchleimhĂ€ute der Stimmlippen ist es wichtig, ausreichend FlĂŒssigkeit zuzufĂŒhren, um diese gesund zu erhalten. Gesunde SchleimhĂ€ute schĂŒtzen die Stimmlippen optimal gegen Viren und Bakterien und tragen durch ihre SchwingungsfĂ€higkeit zu einem stabilen Stimmklang bei. Kaffee, schwarzer Tee, Kamillentee sowie klebrige GetrĂ€nke trocknen die SchleimhĂ€ute eher aus. Gut geeignete Tees sind Salbeitee, Thymiantee oder Tee aus Spitzwegerich. NatĂŒrlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer wohltuender Tees fĂŒr die Stimme. Hier gilt: einfach achtsam ausprobieren was der eigenen Stimme gut tut.

  • Ich vermeide zu starke Reize in meinem Mundraum.

Zu heiße Speisen und GetrĂ€nke sowie zu scharf gewĂŒrztes Essen bedeuten eine Reizung der SchleimhĂ€ute. Daher die Nahrung lieber erst im Mundraum abkĂŒhlen bzw. anwĂ€rmen lassen, bevor geschluckt wird, oder besser noch: schon vor der Aufnahme in den Mund ïŠ. Auch Alkohol und Nikotin reizen die Schleimhaut stark und sind daher so oft wie möglich zu vermeiden. Die starken Reize betreffen zudem scharfe Lutschbonbons, beispielsweise mit Menthol. Diese unbedingt vermeiden und zu milden Lutschbonbons greifen, wie z.B. Isla Moos, Emser Pastillen oder Salbeibonbons. Bei akuten Problemen der Stimme kann auch Gelo-Revoice kurzzeitig die Schleimhaut schĂŒtzen. Zudem hilft es, mit Öl zu gurgeln. Hierzu beispielsweise 1 EL Sonnenblumenöl (recht geschmacksneutral) in den Mund nehmen, dort hin- und her bewegen und fĂŒr einige Minuten gurgeln.

  • Ich schĂŒtze meine oberen Atemwege und atme durch die Nase.

FĂŒr eine gesunde Stimme gilt: „Mund zum Essen, Nase zum Atmen!“. Unsere Nase befeuchtet die Luft, filtert sie und wĂ€rmt zu kalte Luft an. Außerdem schĂŒtzt sie uns durch den Geruchssinn vor zu scharfen DĂ€mpfen, Rauch und sie verstĂ€rkt die Bauchatmung. Bei Arbeiten in besonders staubigen RĂ€umen hilft es sehr, eine Schutzmaske zu tragen. Außerdem empfiehlt es sich die Nase regelmĂ€ĂŸig zu reinigen (NasenspĂŒlung).

  • Ich benutze meinen Stimmmuskel fĂŒr die Aufgaben, fĂŒr die er gemacht ist.

Die Stimmlippen haben vor allem zwei Funktionen. Die primĂ€re Funktion ist der Schutz der unteren Atemwege. Hier helfen der Stimmlippenschluss, der Schluss des Kehldeckels sowie der Husten- und WĂŒrgereflex, um einen Nahrungseintritt in die Luftröhre zu verhindern. Die sekundĂ€re Funktion ist die Stimmgebung fĂŒr das Sprechen und Singen. FlĂŒstern und RĂ€uspern sind keine Funktionen, die die Stimmlippen besonders mögen. Beim FlĂŒstern mĂŒssen die Stimmlippen ohne Hilfe der Aryknorpel einen teilweisen Stimmlippenschluss erzeugen, was sehr anstrengend ist. Beim RĂ€uspern wird hingegen eine EntzĂŒndungsreaktion hervorgerufen, die zu vermehrter Schleimproduktion und Rötungen im Halsbereich fĂŒhren kann.

Rufen können die Stimmlippen im Prinzip sehr gut, wenn es ohne Druck geschieht. Hier gilt es achtsam zu sein, besonders wenn gegen StörlĂ€rm angesprochen werden muss und bereits vor einer StimmermĂŒdung Pausen einzulegen.

Stimmaktivierung und -entspannung: Ich gebe meiner Stimme Zeit zum AufwÀrmen und Hilfe zur Regeneration.

  • Ich summe, quietsche und flattere.

Der Stimmlippenmuskel besteht aus Muskelgewebe, wie andere Muskeln auch. Vor einer sportlichen BetÀtigung wird der Körper gut aufgewÀrmt, um Verletzungen zu vermeiden. Aber wie ist das mit dem Stimmmuskel? In einem Sprechberuf oder bei hoher Stimmbelastung ist es wichtig, die eigene Stimme aufzuwÀrmen. Hierzu eignen sich beispielsweise folgende Methoden:

  • leises Summen in unterschiedlichen Tonlagen. Dabei kann der Kiefer in sanften Kaubewegungen mitbewegt werden;
  • herzhaftes, gerĂ€uschvolles GĂ€hnen;
  • gerĂ€uschvolles Seufzen;
  • Lippenflattern 

Es gibt sehr viele weitere Übungen, die sich zur Stimmaktivierung eignen. Im Laufe der Zeit findet man sein eigenes „Stimm-warm-up-Programm“. Die Übungen lassen sich gut unter der Dusche durchfĂŒhren. Das spart Zeit und schenkt der Schleimhaut angenehme Feuchtigkeit. Die Stimme lĂ€sst sich natĂŒrlich nicht losgelöst vom ganzen Körpersystem betrachten. Eine sanfte Körperaktivierung, wie zum Beispiel das Abklopfen des gesamten Körpers, kann sich sehr positiv auf die Stimmgebung auswirken.

  • Ich entspanne mich und meine Stimme.

Im Anschluss an ein Körpertraining dehnen wir uns angemessen, um einer VerkĂŒrzung der beanspruchten Muskeln entgegenzuwirken. Auch die Stimme braucht Gelegenheit zur Regeneration. Sanfte Übungen zur Entspannung können hierbei hilfreich sein:

  • sanftes Rollen der Zungenspitze wie ein [r], dabei die Tonhöhe modulieren;
  • sanftes GĂ€hnen, auch ohne GerĂ€usch (Der Kehlkopf kann sich dabei entspannt absenken);
  • Gesichtsmassage, Kiefermassage;
  • Zunge ausschĂŒtteln;
  • auf den RĂŒcken legen, die FĂŒĂŸe aufstellen (Knie zeigen zur Decke) eine Hand auf den Bauch legen, eine Hand auf den Brustkorb und fĂŒr etwa fĂŒnf Minuten die Bewegung des Atems fĂŒhlen.

Auch bei diesen Übungen handelt es sich um eine ganz kleine Auswahl. Es lohnt sich Verschiedenes auszuprobieren, um herauszufinden, was fĂŒr die eigene Stimme wirkungsvoll und angenehm ist.