Linderung von Schwangerschafts beschwerden durch Yogaca. 3 Min Lesezeit

Isabell Auch Schwangerschaft, Yoga

‚ÄěBei meiner ersten Schwangerschaft hatte ich noch keine Erfahrung mit Yoga, war noch sehr im Yang verhaftet und habe mir wenig Zeit f√ľr mich selbst genommen. Das hat sich sowohl in der Schwangerschaft, wie auch in der Geburt widergespiegelt. Ich hatte schon sehr fr√ľh vorzeitige Wehen, musste Wehenhemmer nehmen und hatte eine Geburt, die sich √ľber 39 Stunden hingezogen hat. Bei der zweiten Schwangerschaft, in der ich schon mit Yoga vertraut war, verlief alles ganz anders. Obwohl mein K√∂rper wieder sehr fr√ľh mit Wehen reagiert hat, konnte ich durch meine Yogapraxis gegenlenken und habe keine Medikamente ben√∂tigt. Und es wurde eine sehr sch√∂ne Geburt, die nur wenige Stunden dauerte‚Äú (Arend 2017, S. 159).

Wie Stefanie Arend in diesem Zitat beschreibt, ist Yoga ein wunderbarer Weg, um w√§hrend der Schwangerschaft Beschwerden zu lindern, sich auf die Geburt und die bevorstehende neue Aufgabe vorzubereiten und mit dem Kind im Mutterleib in Verbindung zu treten. Sowohl die Asanas (K√∂rperhaltungen) als auch die Pranayamas (Atem√ľbungen) wirken unterst√ľtzend und wohltuend auf den Organismus der Schwangeren. Die Beweglichkeit wird gef√∂rdert, Muskulatur aufgebaut, Stress und Anspannung werden reduziert (Kainer & Nolden 2016, S. 54).

Durch eine angepasste Yogapraxis, die ausreichend Zeit der Stille und Regeneration enth√§lt, kann die schwangere Frau tiefe Ruhe und Verbundenheit mit sich selbst und ihrem Kind erfahren. Da der weibliche K√∂rper in dieser Zeit st√§ndiger Ver√§nderung ausgesetzt ist, ist es besonders wichtig, genug Pausen und Zeit zum Nachsp√ľren in die Praxis zu integrieren.

Durch Bewegungen werden H√ľft- und Bauchregion besser durchblutet, wodurch auch das Kind eine verbesserte Blut- und Sauerstoffzufuhr erfahren kann. Dehnungen der h√ľft√∂ffnenden Muskulatur k√∂nnen eine gute Vorbereitung auf die Geburt sein und Geburtsverletzungen vorbeugen.

Auch die Arme und Beine k√∂nnen gezielt trainiert werden, wodurch zum einen auf das Tragen des Babys vorbereitet wird und zum anderen eine kr√§ftigende Basis f√ľr die Geburt geschaffen wird (Kainer & Nolden, S. 54). Die gesamte R√ľckenmuskulatur kann durch Yoga St√§rkung und Dehnung erfahren, wodurch R√ľckenschmerzen reduziert werden oder sogar aufgehoben werden k√∂nnen.

Durch Dehnungen und Mobilisation des Brustraumes wird der Atemraum erweitert und das Atmen f√§llt sp√ľrbar leichter. Auch Atem√ľbungen sind eine gro√üe Unterst√ľtzung, um den verkleinerten Raum f√ľr die Luft bestm√∂glich zu nutzen. Die Atemfrequenz kann durch die √úbungen herabgesetzt werden, wodurch sich ein Gef√ľhl der Ruhe einstellen kann.

Bestimmte Haltungen wirken sich positiv auf die Peristaltik der Verdauungsorgane aus, sodass auch hier Linderung erfahren werden kann. Auch bei Wassereinlagerungen können sich bestimmte Haltungen und Bewegungen positiv auswirken. Insgesamt senkt die Bewegung das Risiko an Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck zu leiden.

Die gesamte K√∂rperwahrnehmung wird durch die Arbeit mit dem eigenen K√∂rper verbessert, was besonders in der Schwangerschaft eine gro√üe Hilfe ist, um gut auf sich selbst und sein Kind achten zu k√∂nnen. Der Bereich des Beckenbodens kann bereits in der Schwangerschaft bewusst wahrgenommen und sanft aktiviert werden, um nach der Geburt fr√ľhzeitig mit einer angemessenen R√ľckbildung beginnen zu k√∂nnen. Auch unter der Geburt werden die Geb√§rende und das Kind von einer guten K√∂rperwahrnehmung profitieren. Das Geburtserlebnis kann auf diese Weise bewusst erfolgen und verarbeitet werden.

Literatur

Arend, S. (2017). Gesund durch Yin Yoga (2. Auflage).M√ľnchen: S√ľdwest Verlag.

Kainer, F. & Nolden A. (2016). Das gro√üe Buch zur Schwangerschaft (12. Auflage).M√ľnchen: Gr√§fe und Unzer Verlag.